Wärmebehandlung von Stahl

Öfen zum Glühen, Tempern, Abschrecken, Anlassen, Härten

Stahl ist eine Legierung aus Eisen Fe und Kohlenstoff C, wobei der Kohlenstoffgehalt sich normalerweise im Bereich zwischen 0,02% und 6,5% bewegt. Der Kohlenstoff befindet sich je nach Phase auf Zwischengitterplätzen, die unterschiedlich groß sind und daher unterschiedlich starke Gitterverzerrungen verursachen. Oftmals werden auch noch andere Metalle wie Chrom Cr, Kobalt Co, Mangan Mn, etc. einlegiert, die ebenfalls Gitter und Stahleigenschaften verändern.
Reines Eisen liegt bei Raumtemperatur und Temperaturen bis 911°C in einem kubisch-raumzentrierten Gitter vor (α-Eisen), das Ferrit genannt wird. Bei höheren Temperaturen, zwischen 911°C und 1392°C liegt ein kubisch-flächenzentriertes Gitter vor (γ-Eisen), das Austenit heisst und darüber nochmals in einem sehr kleinen Bereich ein kubisch-raumzentriertes Gitter, genannt δ-Eisen oder δ-Ferrit. Je nach Gitterkonfiguration befindet sich der Kohlenstoff dann entweder in Tetraederlücken oder in Oktaederlücken des Eisengitters, die unterschiedlich groß sind und bei Einlagerung von Kohlenstoffatomen zu unterschiedlicher Gitterverzerrung führen. Je stärker das Gitter verzerrt wird, um so härter wird der Stahl.
Bei langsamer Abkühlung von Stahl nach dem Giessen durchläuft das Kristallgitter verschiedene Phasen wie Austenit und Ferrit oder Mischphasen. Der Kohlenstoff wandert während der Umwandlung auf die jeweils günstigste Gitterposition. Die Aufnahmefähigkeit des Eisengitters ist aber begrenzt und wenn die maximale Löslichkeit von Kohlenstoff in Stahl bei der Abkühlung unterschritten wird, bilden sich entweder Ausscheidungen von Zementit, einem Eisencarbid Fe3C oder Ausscheidungen von Graphit. Eine Mischung aus Zementit und Ferrit wird Perlit genannt. Bei höherem Kohlenstoffgehalt des Eisens entsteht Ledeburit, einer Mischphase aus Austenit und Zementit. Die verschiedenen Phasen sind im Eisen-Kohlenstoff-Zustandsdiagramm beschrieben (hier eine vereinfachte Darstellung).

Fe-C-Zustandsdiagramm, Ferrit, Austenit, Perlit, Zementit, Martensit

Eigenschaften des Stahls wie Härte oder Zähigkeit werden von der Gitterverzerrung und dem Vorliegen von Ausscheidungen sowie von der Größe der Kristallite bestimmt. Durch verschiedene thermische Prozesse können nun die Eigenschaften des Stahls wie gewünscht eingestellt werden.
JTEKT Thermo Systems (ehemals Koyo Thermo Systems) bietet Technologie und eine Vielzahl von Industrieöfen für das Glühen, Tempern, Abschrecken, Anlassen, Härten und Oberflächenhärten durch Aufkohlen, Carbonitrieren, Nitridieren und Nitrocarburieren an. Bei den meisten Öfen kommen dabei die eigenen Moldatherm®-Heizelemente zum Einsatz.

Einbrennofen für die Metallisierung
Normalglühofen
Kontinuierlicher Normalglühofen
Härten von Stahl
Gitterzugtemper- und Abschreckofen
Gitterzugtemperofen mit Abschreckbad
Vakuumabschreckofen
Vakuum-Abschreckofen
Wäsche der Werkstücke
Wäsche nach Abschreckung
Anlassen von Stahl im Anlassofen

Nach dem Abschrecken ist der martensitische Stahl zwar sehr hart, aber eben auch sehr spröde. Dem kann durch erneutes Aufheizen, Anlassen genannt, entgegengewirkt werden.
Im Temperaturbereich unter 100°C erfolgt zunächst eine Anreicherung von Kohlenstoffatomen im Bereich von Gitterfehlern des martensitischen Stahls. Bei Temperaturen zwischen 100°C und 200°C beginnen Kohlenstoffatome aus ungünstigen Gitterplätzen des Eisens auszudiffundieren. Es beginnt die Ausscheidung von Eisencarbid. Bei einer weiteren Erhöhung der Temperatur wird dieser Vorgang beschleunigt. Über 320°C verlassen praktisch alle Kohlenstoffatome ungünstige Zwischengitterplätze. Über 400°C findet keine signifikante Gefügeänderung mehr statt und der Stahl wird wieder weich. Bei mit Chrom, Vanadium, Molybdän und Wolfram legierten Stählen nimmt die Härte des Stahls in diesem Bereich aber wieder zu, da Carbide ausgeschieden werden. Diese Sekundärhärtung ist wichtig für Bauteile, die Ihre Härte bei Betrieb unter hohen Temperaturen behalten sollen.
Generell nimmt mit zunehmender Anlasstemperatur die Härte des Stahls ab. Unter Luft findet eine Oxidation der Oberfläche statt, die zu einer Verfärbung des Werkstücks führt. Die Farbe entspricht der Dicke der gebildeten Oxidschicht. Die Dauer des Anlassprozesses hängt von der Masse und Dicke des Teils ab.

Oberflaechenhärten
kontinuierlicher Durchstossofen mit Keramikrollentransport
Kontinuierlicher Durchstossofen
kontinuierlicher Kettenzugofen zur Aufkohlung von Stahl
Kontinuierlicher Kettenzugofen
Rotary Drum Type continuous carburizing furnace
Kontinuierlicher Drehrohrofen
Härten durch Carbonitrieren bzw. Carbonitridieren
Karbonitrierofen, Karbonitridierofen
Karbonitrierofen
flammenloser Carbonitrierofen, Carbonitridierofen
Flammenloser Karbonitrierofen
Härten durch Nitrieren bzw. Nitridieren und Nitrocarburieren
Nitrierofen
Nitrierofen bzw. Haubenofen
Zweistufiger Nitrierofen
Zweistufiger Nitrierofen

JTEKT Thermo Systems und Crystec freuen sich darauf, für sie eine kostengünstige Anlage aufzubauen, die Ihren strengsten Anforderungen entspricht.