Beim Glühen wird das Werkstück auf eine bestimmte Temperatur erwärmt und anschließend langsam abgekühlt.
Hiermit können verschiedene Ziele verfolgt werden:
Beim Grobkornglühen soll die Größe der einzelnen Kristallite erhöht werden. Damit erniedrigt sich die Festigkeit und Zähigkeit
des Materials, was bei bestimmten spanabhebenden Bearbeitungsmethoden gewünscht wird.
Spannungsarmglühen findet bei relativ niedrigen Temperaturen zwischen 480°C und 680°C statt und bewirkt, dass Eigenspannungen des
Werkstücks beseitig werden, die durch mechanische Verformung oder Bearbeitung eingebracht wurden. Ansonsten sollen die
Stahleigenschaften möglichst nicht verändert werden.
Diffusionsglühen dauert bis zu 2 Tage lang, findet bei recht hohen Temperaturen zwischen 1050°C und 1300°C statt und soll für eine
gleichmäßige Verteilung von Fremdatomen im Metallgitter sorgen. Die Abkühlgeschwindigkeit bestimmt die Ausbildung der Phasen und
somit die Stahleigenschaften.
Unter Rekristallisationsglühen versteht man die Wiederherstellung von Kristallitformen wie sie vor einer Kaltverformung vorgelegen
haben. Hierzu wird das Werkstück auf Temperaturen knapp oberhalb der Rekristallationstemperatur gewöhnlich zwischen 550°C und 700°C
aufgeheizt. Die Rekristallationstemperatur hängt von Material und Verformungsgrad ab.
Das Normalglühen von Stählen ist eines der wichtigsten Wärmebehandlungsverfahren. Es zielt auf die Bildung eines feinkörnigen
Gefüges von Kristalliten, die gleichmäßig über das Werkstück verteilt sind, ab. Bei Stählen mit höherem Kohlenstoffgehalt liegt die
Glühtemperatur knapp unter 800°C; bei Stählen mit geringem Kohlenstoffgehalt steigt die Temperatur für das Normalglühen bis auf 950°C.
Beim Weichglühen von Stahl werden vorhandene Ausscheidungen von Zementit oder Perlit reduziert um die Härte und Festigkeit des
Stahls zu reduzieren und die Verformung zu erleichtern. Typische Temperaturen hierfür sind 680°C - 780°C.
JTEKT bietet für alle Glühverfahren kontinuierliche und diskontinuierliche Öfen an, sowohl für den Betrieb unter atmosphärischen
Bedingungen sowie im Vakuumofen.

